Wielange hält man es in einem Kurzzeitbiwak aus? Oder wie baut man eine sinnvolle Biwakerweiterung?

Unser Familienbiwak vom letzten Mail hast du wahrscheinlich schon gesehen. Falls nicht, hier ist nochmal der Link zum Beitrag Familienbiwak.

Obwohl es tagsüber schon sehr warm wird, und wir eher an Abkühlung denken, wird es in der Nacht doch noch empfindlich kühl. Temperaturen unter 10 Grad wirken da schon sehr unangenehm. Und tatsächlich kühlen unsere Körper schnell aus, wenn wir uns nicht auf die Nacht entsprechend vorbereiten.

Die ersten Biwaknächte waren nicht schlecht. Als Familie ist das Bewohnen eines kleinen Biwaks dennoch anders. 5 Bedürfnisse, 5 verschiedene Vorlieben, 5 Arten zu schlafen und 3 Kinder, die alle in meinem Arm einschlafen möchten. Dazu kommen noch nächtliche Toilettengänge der Mitbewohner, die dich unliebsam aus dem Schlaf reisen.

Und trotzdem hat so ein Biwak eine besondere Qualität. Man wacht trotzdem ausgeruht auf, braucht weniger Schlaf, fühlt sich fit und lebendig und bleibt gesünder, als in einem Haus. Die Erde im Schlaf zu berühren, bringt so seine Vorteile. Nach 30 Jahren Survivalerfahrung habe ich da überhaupt keine Zweifel mehr.

Wären da nicht diese Regentage ….

Im Inneren des Biwaks ist es dunkel. Vorsichtig schiebe ich die Farnblätter im Eingangsbereich zur Seite, um zu sehen, ob es schon hell ist. Fehlalarm! Es ist stockdunkle Nacht. Ohne Uhr, ohne Licht, ohne Mobiltelefon kann ich nur erraten, wie spät es ist. Und das ist schwer. In Italien können wir immer auf die Kirchenglocken hören. Aber hier gibt es keine Kirchenglocken.

Im Inneren des Biwaks ist es warm. Aber beim Zurseiteschieben der Eingangsabdeckung strömt sofort kalte Luft herein. PRRR… Da draußen ist es aber kalt. Und dann dieses unverwechselbare Geräusch: …..Regen. Das ist aber ungemütlich. Wenn ich jetzt rausgehe, bin ich sofort nass. Und dann wird es gleich kalt.

Das sind die Momente, wo die Gedanken in ein schönes geräumiges Haus schweifen. Eine Herdplatte, wo du auch in der dunklen Nacht einen Teekessel aufsetzen kannst, dich in eine kuschelige Decke hüllst und im Sofa versinkst.

Die rettende Idee

… und dann kommt der beste Einfall. Warum nicht einfach einen Vorbau gestalten. Damit steht man nicht gleich im Regen, kann ein Feuer entfachen, Tee kochen, Sachen trocknen und das Innere des Biwaks trocknen und wärmen.

Mit dieser Idee im Kopf steigt die Ungeduld. Wann wird es endlich hell. Ich werde sofort mit dem Bau beginnen, sobald die Sonne aufgeht. Vorher mus ich noch die Familie davon überzeugen.

Es war nicht schwer, die nötige Überzeugungsarbeit zu leisten und rasch beginnen wir alle zu bauen. Mit der Familie geht das zügig und wir sitzen bald unter einem soliden Vordach.

Die Not hat uns wieder getrieben. Und wir haben uns nicht zieren lassen. Im Survival ist es wichtig, schnelle Entscheidungen zu treffen und rasch zu handeln. Das lernen wir hier jeden Tag.

Im Video siehst du eine Kurzanleitung für eine mögliche Biwakerweiterung.

Ich hoffe, wir konnten dich inspirieren, dein eigenes Biwak zu bauen und wünschen dir

all good medicine

Die Survival Familie