Der Dog Soldier der Cheyenne im Vergleich mit den Apachen Scouts

In der amerikanischen Geschichte gibt es kaum eine Kriegergesellschaft, die angesehener war als die Dog Soldiers der Cheyenne. Die Dog Soldiers waren eine von 6 Kriegergesellschaften der Cheyenne.

Sie waren besonders als aggressive Krieger gefürchtet. Außerdem waren ihre Kampftechniken äußerst effektiv. Für die Dog Soldiers gab es nur den Kampf bis zum bitteren Ende. Sieg oder Tot waren die einzigen Alternativen.

Und sie konnten das Voranschreiten der US Truppen in Kansas, Nebraska, Colorado und Wyoming bremsen. Verhindern konnten sie es auch durch ihre bösartige und aggressive Kampfesart nicht. Viele US Soldaten haben ihr Leben gelassen. Aber für jeden toten Soldaten kamen 100 neue Soldaten. Jeder tote Dog Soldier war aber nicht mehr ersetzbar.

Bis 1860 waren die Dog Soldier eliminiert. Der Untergang einer großen Kriegerkultur.

Die Apachen waren ebenfalls eine sehr kriegerische Gruppe und sehr erfahrene und gefürchtete Kämpfer. Sie zogen nach Mexico und entvölkerten den Norden gleich drei Mal. Als die Mexikokriege (1846 – 1848) zu Ende waren machten Sie die Gebiete Texas, New Mexico, Arizona, und Kalifornien unsicher. Sie richteten ihre Gewalt gegen die neuen Siedler.

Den Ärger der Regierung bekamen sie auch bald zu spüren. Viele Generäle wurden in den Krieg gegen die Apachen geschickt. Der bekannteste unter ihnen war General Crook. Auf einen Schlag fanden sich die Apachen in einer unausweichlichen Situation. Sie waren umzingelt und standen einer Überzahl an Kriegern gegenüber.

Die Übermacht zwang sie, ihre Strategie zu ändern und sie haben sich für eine völlig andersartige Strategie entschieden. Ihre Strategie ist die bislang effektivste Kampfstrategie in der Kriegsgeschichte und wird bis heute in West Point als eine der effektivsten asymmetrischen Kriegskünste der Geschichte studiert. Wenn man sich die Sache genau ansieht, sind es die gleichen Taktikten, die in Afghanistan und Pakistan von den Muj verwendet werden.

Asymmetrische Kriegsführung bedeutet, dass man eine Übermacht an Personen und Material nicht in konventioneller Form angreift. Als die Apachen begannen, die Amerikaner anzugreifen, bemerkten sie rasch, dass sie einer Übermacht gegenüberstanden. Es gab einen unermüdlichen Nachschub an Soldaten und Kriegsmaterial.

Deshalb entwickelten sie eine Strategie, die besagt, dass sie niemanden angreifen, außer sie befinden sich selbst in einem absoluten Vorteil. Sie begannen die Amerikaner zu meiden und haben dadurch auch Konfrontationen vermieden. Sie entwickelten Fertigkeiten, mit denen sie spurlos durch das Land ziehen konnten. Sie wurden sozusagen unsichtbar. Wo es keinen Feind gibt, kann man auch niemanden angreifen.

Sie werden sich jetzt vielleicht fragen: Wie kann man so einen Krieg gewinnen. Die Unsichtbarkeit ist natürlich nur die eine Hälfte der Medaille.

Aber zunächst einmal wurde aus den gefürchtetsten Kriegern der amerikanischen Geschichte Menschen, die jeglicher Konfrontation aus dem Weg gegangen sind. Sie entwickelten Scouts und Scoutteams, die weite Strecken im Voraus unterwegs waren, um feindliche Truppen aufzuspüren und einen sicheren Weg ausgespäht haben, um Konfrontationen aus dem Weg zu gehen. Wenn nur ein einziges Leben eines Apachen auf dem Spiel stand, wurde nicht mehr angegriffen. Die Apachen lernten ihre Lektion rechtzeitig. Während die Cheyenne Krieger schon seit über 200 Jahren von der Bildfläche verschwunden sind, gibt es die Apachen Scouts auch heute noch.

Einer der bekanntesten Apachen Anführer war Geronimo. Unzählige Male verfilmt und unzählige Male in Buchform verfasst. Bei seinem letzten Ausbruch aus dem Reservat in San Carlos flüchtete er mit 33 Kriegern und 100 Frauen und Kindern. Auf ihrer Flucht Richtung Mexiko hinterließen sie eine Spur der Verwüstung und Gewalt.

Das veranlasste die amerikanische Regierung zu einer klaren Antwort: Sie schickten ¼ ihrer gesamten Truppenstärke (250.000) auf Geronimos Fersen. 250.000 gegen 33 Krieger. Resultat? Kein Resultat. Geronimo konnte nicht gefangen werden. Fast ein Jahr hielten Geronimo und seine Bande die Kavallerie zum Narren.

Irgendwann wurde es Geronimo wahrscheinlich zu langweilig. Er hat sich freiwillig ergeben. Und siehe da, der Respekt war so groß, dass er nicht einmal hingerichtet wurde, obwohl er Amerika mehrmals gedemütigt hat.

Die Strategie hat funktioniert. Und um noch einen obendrauf zu setzen, gab es auch noch eine weitere Gruppe von Apachen, die nicht sehr bekannt ist. Die Lipiden Apachen hatten es geschafft bei einer Reservatsübersiedelung auszubrechen und spurlos in die Wüste zu verschwinden. Sie haben jeglichen Kontakt mit Siedlern vermieden. Sie haben keine Raubzüge begangen und lebten völlig unbekannt.

Sie wurden zu Friedensstiftern. Sie stellten menschliches Leben über Krieg und Zerstörung. Sie machten den Scout zu dem was wir heute noch weitergeben: Ein Bewahrer, ein Beschützer ein Heiler.

Bei den Apachen gab es keine Kriegsreden wie: „Heute ist ein guter Tag um zu sterben!“

Sie erkannten das Leben als das höchste Gut. Und Friede war ihnen wichtiger als Heldentum.

Wenn Sie der Meinung sind, dass Sie von den Scoutvorfahren Dinge lernen können, die Sie auch heute noch in Ihrem Leben verwenden können, dann können Sie sich zu einen unserer Scoutkurse anmelden.

Ich garantiere Ihnen, dass Sie alle Lehren in Ihr modernes Leben übertragen können.

All good medicine

Jürgen Gerzabek

 

http://www.survival.at/403

 

Ein Gedanke zu “Der Dog Soldier der Cheyenne im Vergleich mit den Apachen Scouts

  1. Hallo,
    ein sehr guter Beitrag über die Native People und was die damals gemacht haben und sich mit der Natur gleichgestellt haben ist sehr beeindruckend. Leider in der heutigen Zeit sehr schwer umzusetzen, entweder wird man als Spinner abgestempelt oder als Aussenseiter behandelt.

    Lebe seit ein paar Jahren in Südamerika, hier kann ich nur sagen, hier werden die Indianer nicht gerade gut behandelt, auch die Natur und die Tiere werden ohne Respekt behandelt, also man möchte glauben, dass es den Südamerikanern egal ist, was mit unseren Kindern und Enkelkindern passiert aber ich bin ein Kämpfer, der immer wieder versucht klar zu machen, dass das ein Umdenken verlangt, einig mit der Natur zu werden, Leben zu achten und dem Ganzen seinen Respekt zu schenken

    Grüße aus Paraguay

    Andreas Richter

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